Der Ziegelbrenner
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Berdjajew (1874-1948) bezeichnete sich (entgegen anderslautenden Aussagen in der Berdjajew-Literatur) durchaus als Anarchist, und zwar als „mystischer Anarchist“. Das einführende Kapitel stellt die libertären (nicht „anarchokapitalistisch“-libertären!) Bezüge und Traditionen dar. Mathias Heller benennt in diesem Buch (der ersten umfassenderen deutschsprachigen Ausarbeitung der Bestandteile anarchistischen Denkens im Leben und Werk Berdjajews!) beispielsweise die Abscheu von Hierarchien, Gehorsam und Autorität, von Staatlichkeit und Privateigentum. Dabei unterschied Berdjajew – und insofern ist der Buchtitel irreführend – zwischen Anarchie als „Chaos“ und Anarchismus als Gegenteil voin Gewalt, als Ordnung ohne Herrschaft (S.26). „Berdjajews überzeugende Darstellung des Christentums als Basis eines anarchistischen Gesellschaftsmodells im Gegensatz zur kapitalistischen Degradierung des Menschen zum Verbraucher oder der sozialistischen, nationalistischen oder diktatorischen Herabwürdigung des Menschen zu einem Rädchen in einem fremdbestimmten Kollektiv hat Bestand. Sie ist leider gegenüber seiner theologischen Rezeption vollkommen verdrängt worden. Wohl nicht ganz ohne Eigeninteresse vor allem der katholischen Kirche“ (S. 262).
sehr guter Zustand, 280 S., kart.
Heller Mathias
Hamburg
2025
978-3-339-14202-3
Verlag Dr. Kovac