Der Ziegelbrenner
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Erstmals 1897 bei P.V. Stock, Paris, erschienener Roman (Originaltitel „Le Voleur“). Darien (1862-1921) stand damals dem Anarchismus nahe, der in den 1890er Jahren in Frankreich (und nicht nur dort) durch eine Reihe von Attentaten auf sich aufmerksam machte. Sartre, in den 1970er Jahren nach Alfred Betschart selbst im Fahrwasser anarchistischen Gedankengutes, lobte den Verfasser gar als „Ahnherr und Meister des anarchistischen Romans“. Das Buch wurde 1967 von Louis Malle als Gaunerfilm mit Jean-Paul Belmondo in der Hauptrolle verfilmt. Doch auch wenn es ein paar markige Sprüche gibt („Einen Kapitalisten ärgert ein ausgeräumter Geldschrank mehr als ein Messer im Bauch“), sind die gut vernetzten Gauner, die hier die Tresore und Schmuckschubladen der Reichen ausräumen, keine Sozialrebellen á la Robin Hood. Einmal wird im Film erwähnt, dass sich die Reihen der Gangsterclique lichten, da einige sich dem Anarchismus zuwenden, ansonsten gilt: „Wollen Sie das Eigentum abschaffen? Dann sägen Sie den Ast ab, auf dem Sie sitzen“. Und so widmet man(n) sich doch wieder den schönen Mädchen. Am Ende bleibt ein Kostümfilm, pendelnd zwischen Sarkasmus und einem Belmondo als letztem einsamen Wolf, der es nicht lassen kann mit seinem persönlichen Rachefeldzug, da er einst um sein Erbe gebracht wurde. Bei aller Hochachtung für Malle: da liest man lieber dieses Buch.
ohne Schuber und Schutzumschlag (letzterer gehörte auch nicht zur Buchausstattung, ersterer war nur bei der Vorzugsausgabe enthalten), Exlibris auf Inneneinband, sehr guter Zustand, 502 S., Pappband, geb.
Die andere Bibliothek
1.-7.Tsd. dieser Normalausgabe (nach der deutschen Übersetzung von Hans Roesch, die 1971 im Ullstein Verlag erschien und ihrerseits auf die von Jean-Jacques 1955 herausgegebene französische Neuausgabe zurückging)
Darien Georges
Nördlingen, Frankfurt
1989
3-89190-254-9
Greno Verlag, Eichborn