Der Ziegelbrenner
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„Von dieser Auflage sind 800 Exemplare als Gildenbuch für die Gilde freiheitlicher Bücherfreunde gedruckt“ (Vorsatz). Die (Nachkriegs-)Gilde wurde 1947 in Bremen neu gegründet, sie stand in engem Kontakt mit der damaligen „Föderation freiheitlicher Sozialisten“. Das Buch widemete Rocker seiner „treuen Lebensgefährtin und Genossin in all den Jahren des Kampfes für Freiheit und soziale Gerechtigkeit“, Milly Witkop (hier: Witcop!)-Rocker. Hier die Erstausgabe des später unter dem Titel „Nationalismus und Kultur“ erschienenen, u.a. von Thomas Mann, Albert Einstein und Bertrand Russell hochgelobten Werkes. Rocker, ehemals in der FAUD aktiver Anarchosyndikalist, betrachtet vor dem Hintergrund der Erfahrung von Nationalsozialismus und Bolschewismus (er betont, dass „beide aus demselben Holze gewachsen sind“) die Demokratie als kleineres Übel, wobei seine Kulturauffassung gegen jeden Nationalismus gerichtet ist. Themen sind u.a. Die Nation als Sprachgemeinschaft und soziale Gemeinschaft sowie im Lichte der modernen Rassentheorien, Politische Dezentralisation in Griechenland, Der römische Zentralismus und sein Einfluss auf die Gestaltung Europas, Architektur und Nationalität, Kunst und Nationalismus, Die Illusion nationaler Kulturbegriffe. Rockers Nationalismuskritik ist auch heute höchst aktuell, so im Krieg zwischen Russland und der Ukraine: „Die nationale Fahne deckt jedes Unrecht, jede Unmenschlichkeit, jede Lüge, jede Schandtat, jedes Verbrechen“.
der unbeschriftete Pappumschlag bestoßen, ohne Schutzumschlag, 344 S., Klappenbroschur
EA
Rocker Rudolf
Hamburg
1949
Hammonia Norddeutsche Verlagsgesellschaft