Der Ziegelbrenner
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Eine teils beinahe lyrisch formulierte, ebenso polemische wie zornige Streitschrift aus veganer Perspektive. Nabben weist darauf hin, dass u.a. bereits Hippokrates und Hildegard von Bingen einen Zusammenhang von Milchernährung und Krankheiten aufzeigten (wobei v. Bingen Eselsmilch als Säuglingsergänzungsnahrung empfahl). Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) werden ebenso wie die Aussagen etlicher Professoren als lobbygeleitet dargestellt, die DGE sei eher eine DGF – Deutsche Gesellschaft für Fehlernährung. Der Band enthält viele gesundheitliche und milchindustriekritische Argumente, allerdings fehlt stellenweise die Sorgfalt, so wird Max Otto Bruker durchgehend mit „ck“ geschrieben. Schwerer wiegt, dass zwar die Firma Müller-Milch kritisiert wird und die umstrittene Aussage, der Firmenchef habe die NPD unterstützt, ohne Fragenzeichen übernommen wird, jedoch nicht auf die ebenfalls umstrittenen, kritikwürdigen politischen Positionen Brukers eingegangen wird. Auch die Frage, wie gesund oder ungesund Milch als vergleichsweise neues Nahrungsmittel (schon aufgrund der begrenzten Haltbarkeit bzw. Temperaturempfindlichkeit und hygienischen Grundvoraussetzungen) nun ist, ist letztendlich weiterhin umstritten, ebenso wie die Frage, wie klimaschädlich Kühe durch den Ausstoß von Methan sind (auch angesichts der Doppelmoral, bei der beispielsweise die Klimaschädlichkeit der Digitalisierung noch immer weitgehend ignoriert wird). Da Milcherzeugnisse gerade einen regelrechten Boom erleben (inzwischen gibt es gar einen Weltmilchtag, mit dem für den Konsum von Milch geworben wird), ist bietet dieses Buch dennoch eine insgesamt informative, notwendige Gegenposition. Der Band entstand auch vor dem Hintergrund des Milchboykott 2008.
sehr guter Zustand, 220 S., kart.
Nabben Alexander F. (Franziskus)
Osnabrück
2008
978-3-931504-45-8
Packpapier Verlag