Der Ziegelbrenner
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„Die weisse Rose“ erzählt vom Kampf der indigenen Bevölkerung Mittelamerikas gegen die Expansions- und Kapitalinteressen US-amerikanischer Ölkonzerne. Ein hochaktuelles Buch, wie schon diese Rezension von 2024 (SWR Kultur) verdeutlicht: Stapelweise häufen sich goldene Pesos auf dem Tisch der mexikanischen Hacienda Rosa Blanca. Doch Jacinto will das Land, von dem seine indigene Gemeinschaft seit Generationen lebt, nicht verkaufen. Für einen amerikanischen Erdölmagnaten aber ist der Wille von ein paar ´Indianern´ kein Hindernis. Traven liefert böse schillernde Ansichten vom Auftrumpfen der Superreichen. Natürlich ist das holzschnittartig. Doch genauso stellte sich die Realität der damals so genannten ´Räuberbarone´ des amerikanischen Kapitalismus dar. Ganz abgesehen davon, dass weibliche Schönheit, Yachten und alles Hochpreisige nach wie vor zu den beliebtesten Statusobjekten von Milliardären gehören. Kurt Tucholsky feierte Traven kurz nach Erscheinen von ´Die weiße Rose´ im Jahr 1929 für das treffende Porträt des Ölmagnaten Mr. Collins. Die scharfsichtige Schilderung von dessen ebenso gewinnbringendem wie skrupellosem Handeln erreichte in seinen Augen das Niveau von Balzac. Natürlich ist die Hacienda vor dem Zugriff der Ausbeuter, die schließlich Gangstermethoden anwenden, nicht zu retten. Die ökonomische Logik und das gerade anbrechende Zeitalter ölhungriger Motoren lassen keinen Ausweg. Travens ebenso farbig wie präzise ausgemalte Urszenen eines ungezähmten Kapitalismus sind nach wie vor ein fesselndes Lehrstück über Macht und Unterwerfung. Und gerade im Licht der postkolonialen Debatten von heute gewinnen sie eine ganz neue Brisanz.“ Nachdem die ersten beiden Kapitel aus Travens Manuskript gestrichen worden waren, veröffentlichte die Büchergilde Gutenberg „Die Weiße Rose“ 1929 zum ersten Mal. Die erste britische Ausgabe wurde von B. Traven selbst übersetzt und gekürzt und 1965 von Robert Hale veröffentlicht. Die erste amerikanische Ausgabe auf Grundlage des deutschen Originalbuchs erschien 1979. Die erste Ausgabe in Mexiko erschien 1951.
gut erh., 234 S., Ganzleinen-Einband, geb., m. OU
Werkausgabe B. Traven Band 5
Neuausgabe (EA 1929)
Traven B. (d.i. Ret Marut)
Frankfurt
1978
3-7632-2091-7
Büchergilde Gutenberg