Der Ziegelbrenner
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ungelesen/ Neubuch. „Man kann gewiss sein, dass der in der politischen Linken zu verortende Autor bei allen Fragestellungen nicht dem Mainstream folgt. Viel mehr fühlt er sich einem Ansatz verpflichtet, der sich der Abarbeitung am Detail entzieht, sondern in Zeiten reflexhafter Schuldzuweisungen den fast schon exotisch anmutenden Versuch unternimmt, an konkreten Beispielen das große Bild der ökonomisch konkurrierenden Staaten und deren ausbeuterisch und destruktiv wirkenden Methoden zu skizzieren. Dies aber nicht mit dem Willen, die Leserschaft von seiner offensichtlich antikapitalistisch geprägten Sicht auf globale Zusammenhänge zu überzeugen, sondern durch das Vorbringen von Argumenten einen kritischen Diskurs anzuregen und damit eine Grundlage jedes demokratischen Gemeinwesens zu beleben, die mehr und mehr vor die Hunde zu gehen scheint. Bereits im Vorwort, und angesichts der Erfahrungen der letzten Jahre, ordnet Klaus Hecker die bundesdeutsche Öffentlichkeit ein, die aus seiner Sicht eben nicht als demokratischer Marktplatz für den Austausch von Argumenten und dem Ausgleich von Interessen fungiert, sondern als repressive Instanz, in der vom ´neuen´ moralisch geprägten Pfad abweichende Meinungen verunglimpft werden. Man denke zum Beispiel an das Etikett ´Putinversteher´, das Menschen pauschal angeheftet wird, die sich für Frieden und eine Verhandlungslösung im Ukraine-Krieg einsetzen. Desgleichen wurde und wird jeder Bürger, der sich als Kritiker oder auch Gegner der vonseiten der Regierung verhängten Maßnahmen in der Coronakrise positioniert, als ´Coronaleugner´ diskriminiert. In beiden Fällen wird auf der Sachebene jede kritische Auseinandersetzung im Keim erstickt. Dem tritt Hecker entgegen. Er verteidigt mit seinem Buch den demokratischen Debattenraum. Auf 246 Seiten finden sich insgesamt 45 Aufsätze, Essays und Artikel, die in den letzten drei Jahren von ihm zu aktuellen Fragestellungen geschrieben und in Online-Publikationen veröffentlicht wurden. Und darin liegt auch die Stärke. Der Leser spürt, dass hier keiner am Werke ist, der an einem von Lebensrealität und Wirklichkeit entfernten Schreibtisch sitzt, sich zurücklehnt und in abstrakter Weise die Dinge und Geschehnisse reflektiert. Ganz im Gegenteil. Seine Betrachtungen zum Beispiel über die Ausbeutung der Arbeitskräfte in Marokko oder die Zerstörung der dortigen lokalen Wirtschaft durch Billigimporte europäischer Player beruhen auf seinen Gesprächen mit Einheimischen, Recherchen und Eindrücken, die er bei mehreren und über Monate dauernden Aufenthalten im Land sammeln konnte“. (Gunther Sosna)
sehr guter Zustand, 246 S., kart.
Hecker Klaus
Norderstedt
2024
978-3-7583-6425-9
BOD, Books on Demand