Der Ziegelbrenner
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ungelesen/ Neubuch. „Der Bauernkrieg ist eine wichtige historische Phase, zum einen, weil in ihm die Forderungen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, auf Gemeineigentum und Menschenrechte auf eine sehr wörtliche Weise vorweggenommen und eingefordert wurden. Zum anderen muss man um ihn wissen, um die kollektive Traumatisierung im Gedächtnis zu behalten, die durch die herrschenden Klassen ausgeübt wurde, als mindestens 75000 Menschen abgeschlachtet und viele weitere bestraft wurden, um die Herrschaftsordnung wiederherzustellen. Hierbei muss noch mal die Rolle der lutherischen Protestanten unterstrichen werden, die gerade aufgrund ihres reformatorischen Ansatzes, sich umso mehr den weltlichen Obrigkeiten anbiederten und zur Niederschlagung der Erhebungen drängten. Möglicherweise trug erst dies zur Konsolidierung der Reformation bei, die vom katholischen Gegenschlag bedroht war. Neben der praktischen Säkularisierung zahlreicher Klöster, der Verbannung des übermäßigen Prunks des höheren Klerus und der Zerstörung von Burgen des niederen Adels, der sich ohnehin auf dem absteigenden Ast befand, blieb vermutlich mehr übrig, als das kollektive Trauma der niedergeschlagenen Revolution. Nach Ropers Darstellung wird deutlich, das Geschichte durchaus offen und unklar ist, das Dinge passieren können und das Umbrüche zwar ihre Ursache im verbreiteten Elend haben, zugleich aber auch von Glauben und Hoffnung gespeist sind. Nur aufgrund materiellen Mangels (vielfacher Besteuerung, Abgaben, Privatisierung von Gemeingütern) und politischer Demütigung (Zwang zur Ortsgebundenheit, Vorgaben für Heiraten, willkürliche Rechtsprechung etc.), stehen Menschen nicht auf, gerade weil diese erdrückend sind. Sie erheben sich, weil sie eine Vision von einer besseren Welt haben, sie in ihrer Lebenssituation von Agitatoren angesprochen werden, welche ihre Sehnsüchte in Worte kleiden und einen gangbaren Weg aufzeigen, wie diese sich erfüllen lassen.“ (paradox-a)
sehr guter Zustand, 676 S., geb., m. OU
Neuausgabe (EA 1975)
Roper Lyndal
Frankfurt
2024
978-3-10-397475-1.
S. Fischer Verlag