Der Ziegelbrenner
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Teils eher kryptisch formuliert – wenn auch soweit möglich die Dutschke-Kürzel durch Fussnoten erschlossen wurden – finden sich in diesem Band die fragmentarischen, reflexiven Tagebuchaufzeichnungen in annhähernder Vollständigkeit. Die Gründlichkeit der Einträge ist indessen sehr unterschiedlich, so fehlt das Jahr 1972 ganz, das Jahr 1973 erschöpft sich in knapp 4 Seiten. Teilweise mutet es heutzutage sehr verkopft und grotesk an, was sich Dutschke für Gedanken u.a. bezüglich seiner Kinder, ihrer „antiautoritären Struktur“, der „Erziehung des Erziehers“ etc. machte. Hinsichtlich seiner Beziehung zu Gretchen Dutschke zeigt er sich allerdings wieder als der Politmacher, der sich alle Monate mal Zeit für ein Gespräch nahm und ansonsten vielfach durch Abwesenheit glänzte. Gretchen Dutschke hat denn auch diesen Band herausgegeben und kommentiert ihn mit einem Nachwort. Ob diese Bemerkungen zum Alltag, der christlichen Haltung von Dutschke, seiner Position zur Nation etc. allerdings nötig und sinnvoll waren, sei dahingestellt – immerhin kann Rudi Dutschke dazu keine Stellung mehr beziehen, und es ist doch fraglich, ob er seine Auffassungen unverändert bis ins Jahr 2003 übernommen hätte, wie Gretchen D. hier zu unterstellen scheint.
gut erh., 430 S., kart.
(nach der Ausg. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003)
Dutschke Rudi
München
2005
3-4432-73202-6
btb, Random House