Der Ziegelbrenner
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Aus der Bibliothek des Fotografen Günter Zint bzw. dem Bestand des 1964 von Zint gegründeten Bildarchiv Pan-Foto (neuere Schreibweise: Panfoto; dort auch 15 bedeutende Fotografennachlässe, darunter Germin, Schorer, Andres, Bieber, Hartz). Mit Stempel und Sigle. Parnass arbeitete teilweise mit G. Zint zusammen, dieser (mit Parnass, Otto Waalkes etc.) auch auf dem Rückumschlag abgebildet. Hier zu Prozessen der Jahre 1970 bis 1984 (u.a. Günter Wallraff, Groenewold, Majdanek, Unzucht, Erregung öffentlichen Ärgernisses). So war Parnass auch Gerichtsreporterin im Fall der Marianne Bachmeier, die 1981 in einem Akt der Selbstjustiz im Saal des Landgerichtes Lübeck den Mörder ihrer 7jährigen Tochter – den wegen Sexualdelikten mehrfach vorbestraften Schlachter Klaus Grabowski – erschoss. Dieses Kapitel der Prozess- und Rechtsgeschichte fehlt allerdings leider im vorliegenden Band. Parnass (1927-2025) war Schauspielerin, Kolumnistin, Gerichtsreporterin und Autorin. Vor allem war sie eine der letzten Personen, die noch alle drei Phasen des Judentums im 20. Jahrhundert erlebten und vor allem überlebten (Kindheit in der jüdischen Gemeinde, dann die Verfolgung, der ihre in Treblinka ermordeten Eltern nicht entkamen, sie und ihr Bruder jedoch mit einem Kindertransport entfliehen konnten und schließlich der Wiederaufbau des Judentums in Deutschland). Sie war, wie es auf der Trauerfeier am 18.3.25 hieß, Hamburg und Hamburg war Peggy Parnass – sie war, bei allem, was ihrer Familie angetan wurde, der Stadt und vor allem dem Stadtteil St. Georg (als „Queen von St. Georg“) zugetan. Und vor allem war sie eine politisch bis zuletzt klar positionierte Person, die mit Grenzen jeglicher Art nichts anfangen konnte, gegen jeden Krieg war und im sexuellen und religiösen Zusammenhang eine Verfechterin unbedingter Toleranz war.
Umschlag berieben, sonst gut erh., 635 S., gewebekaschierter Einband, geb., m. OU u. Lesebändchen
versch. Aufl. 1979/ 1986
Parnass Peggy
Frankfurt
um 1980
Zweitausendeins