Walt Lucien van der, Schmidt Michael

Schwarze Flamme – Revolutionäre Klassenpolitik im Anarchismus und Syndikalismus

Beschreibung

Eine umfassende Sozialgeschichte des Anarchismus vom 19. Jahrhundert bis zu den gegenwärtigen antikapitalistischen Bewegungen. „Ausführlich widmet sich das Buch dem bis heute andauernden Streit in der syndikalistischen Bewegung, ob sich die Gewerkschaften am institutionellen System der Arbeitsbeziehungen beteiligen, Betriebsräte gründen und das staatliche Sozialsystem unterstützen sollen. An dieser Frage spaltete sich 1979 in Spanien die anarchosyndikalistische Bewegung, die erst nach dem Ende des faschistischen Franco-Regimes wenige Jahre zuvor wieder legal arbeiten konnte. Während die CGT für eine kritische und begrenzte Beteiligung an Betriebskomitees eintritt, lehnt die CNT jede solche Betätigung als ersten Schritt zur Korrumpierung ab. Die schwedischen Anarchosyndikalisten wiederum, die in der Gewerkschaftsbewegung ihres Landes einen gewissen Einfluss hatten, beteiligen sich seit 1956 an der Verwaltung und Ausschüttung der Gelder der staatlichen Arbeitslosenversicherung an ihre Mitglieder. ´Das Programm dieser Zeit ist bestenfalls eine Form des libertären Reformismus, aber kein Anarchismus und Syndikalismus´ (S. 280), so die beiden Autoren. Sie betonen, dass es viele Überschneidungen mit der marxistischen Arbeiterbewegung gab und deren Verhältnis zu den Libertären oft durchaus freundschaftlich war. Vor allem in der Geschichte der als Wobblies bekannt gewordenen Gewerkschaft IWW werde dies deutlich. Viele syndikalistische AktivistInnen engagierten sich nach der Oktoberrevolution zumindest für einige Jahre im Umfeld der kommunistischen Arbeiterbewegung, die anfangs noch auf Räte orientierte. Auch in der frühen Sowjetunion arbeiteten AnarchistInnen in den Räteorganisationen mit, bevor diese zusehends verstaatlicht wurden. Schließlich versuchten Lenin und andere Bolschewiki der ersten Stunde, syndikalistische Strömungen für die Mitarbeit in der Roten Gewerkschaftsinternationale zu gewinnen. Solche Ansätze der gegenseitigen Anerkennung gehörten bald nach der Zerschlagung des Aufstands in Kronstadt der Vergangenheit an. Neben vielen Kommunisten waren auch Syndikalisten und Anarchisten Opfer des stalinistischen Terrors.“ (Peter Nowak)

Zusätzliche Information

Gewicht 600 g
Zustand

sehr guter Zustand, 569 S., br.

Autor

Erscheinungsort

Hamburg

Erscheinungsjahr

2013

Verlag