Der Ziegelbrenner
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Prima, ein Buch zu Protest wird Spiegel-Besstseller! Könnte man meinen. Aber erstens sagt Protest als solcher heute wenig aus. Protestieren tun auch, und mit besonderem Erfolg, die Rechten, für antiemanzipatorische Anliegen. Längst ist Protest nichts linkes, progressives mehr. Und zweitens reicht Protest für die Herausforderungen heute bei weitem nicht mehr – gegen kapitalistische und staatliche Zumutungen, patriarchale Gewalt, unbezahlbaren Wohnraum, ökologische Verheerungen, Klimawandel, immer neue Kriege, die fortschreitende Entmündigung und Kontrolle (siehe Corona), den Digitalzwang und vieles anderes mehr ist schon Widerstand angesagt. Und da bleibt dieses Buch eben ein Papiertiger. Protest für hier nicht hinreichend unterschieden von bloßem Campaigning á la Campact auf der einen und einem aktivistischen „Protest der Tat“ auf der anderen Seite. Auch bei den Protestbewegungen (Martin Luther King, Mahatma Gandhi, die Kämpfe gegen das Apartheidssystem in Südafrika, aber auch die sog. „friedliche Revolution“ in der DDR), die der Autor skizziert, ist nichts wesentliches neues dabei.
192 S., Pappband, geb.
Karig Friedemann
Berlin
2024
978-3-550-20166-0
Ullstein Verlag